Sturmbringer

Ruf an den Sturmbringer

 

„Werde fort und fort der, der du bist- Lehrer und Bildner deiner Selber.“(Nietzsche)

 

Set, roter Gott, schwarzer Gott. Du gelangst in unsere Welt aus den endlosen Wüsten, der Weite des Meeres, den Unendlichkeiten des Alls, umgürtet mit der Schlange Leviathan, Dein Kelch ist ein schwarzes Loch, verschlingend und gebärend am Firmament hinter dem Westtor, wo sich die Nebel des Chaos umwinden. Dein pulsierendes Herz ist reine, rote Glut, auf dem Amboss der Zeit geschmiedet in der Stadt der Pyramiden.Und das Feuer lodert auf und blitzt durch deine Augen, die entflammen, was sie erblicken.

 

Du bist fest verwurzelt in den Tiefen der Erde in Ewigkeit verschlungen mit Deiner Mutter, die Deine Geliebte ist im Zentrum Deines Zeichens, dem Taukreuz. Und doch trägt der Nachtwind Dich fort in die fernen Reiche bis hinter die Sterne, hinein in unsere Träume, unser Sehnen, Wünschen und Lieben, unser Streben, Hassen und Zähnezeigen. Set, ich bin wie Du, ein Werdender! Ich habe mich aufgerichtet zu voller Größe. Da ist ein Gott, wo ich bin!

 

Wir leben im Wind, im Sturm. Wir leben auf der Erde und graben unsere Hände tief hinein. Wir sind das Feuer und unsere Stütze ist ein Stab, der die Schlange birgt. Unser Ziel ist der Punkt hinter dem Meer, jenseits der Wüste, weit hinter der Dunkelheit und unendlich weit jenseits der letzten Sterne, die wir erahnen können, wenn unser Blick Deinem Fingerzeig folgt. Wir sind Kinder der Sterne, unsere Körper wurden Jahrmilliarden vor der Geburt unseres Sonnensystems im Innern eines explodierenden Sterns geschmiedet. Sie sind älter als die Berge, älter als die Seen, älter als alles, was uns umgibt. Und das Geschenk der schwarzen Flamme in uns hat uns kräftig und klug gemacht. Wir haben die Macht uns loszureißen aus den Ketten der Sklaverei. Die schwarze Flamme, gespeist vom dunklen Kraftstrom treibt uns voran. Das sind wir. Und das bist Du, Set. Wanderer auf dem Pfad des Wandels. Werdende, Erschaffende, Ins-Dasein-Gelangende. Und die matten und müden Götter und Herrscher der Vergangenheit, seht ihre bleichen Knochen, aus denen das Leben erwächst. Sie sollen aufstehen als Götter der Freude.

 

Seid Euch Gefährten, tragt gemeinsam als Säulen den Tempel des Set, doch keine Säulen, die einst faul und morsch vom Atem des Wandels zerfressen von vergangener Pracht künden. Nein. Seid Säulen des Feuers, brennt selbst. Seid Säulen des Windes, weht fort mit dem Tempel der Finsternis und haucht Erkenntnis in die Welt. Und wenn die Drachen im Außen oder Inneren Wüten, so seid biegsam wie die Schlangen und zerbrecht nicht. Und in den Fluten der Meere seid Euch gewahr, dass ihr in tiefem Wasser schwimmt. Dort vereint die inneren mit den äußeren Drachen und teilt die Wogen, wenn ihr es wollt. Durchstreift eure ungesehenen Tiefen. Das Verlangen der Schlange kennt keine Grenze und der Sternenhimmel ruft uns empor, die Weite des Meeres lockt uns, die endlose Ferne der Wüste flüstert unseren Namen. Nephtys!“

 

Current of Set