Kraftstrom

Der Kraftstrom des Set

 

Der Begriff „Kraftstrom des Set“ wurde 1955 e.v. erstmals von Kenneth Grant verwendet. Dieser Kraftstrom existiert jedoch seitdem Prometheus den Göttern das Feuer stahl und den Menschen brachte, seitdem Fürst Ea die Bruderschaft der Schlange gründete, seitdem Luzifer die Materie erleuchtete. Zu jeder Zeit und an jedem Ort haben sich Menschen mit dem Kraftstrom verbunden. Der Kraftstrom wirkt im Einzelnen, bestärkt durch das nach Autarkie strebende Individuum, stärkend auf das freie Individuum, doch er wirkt auch über den Einzelnen und seine Grenzen hinaus. Diese Kraft durchströmt als setianischer Impuls den linkshändigen Pfad und spendet die Energie, die benötigt wird um den Logos Aionos von Set, Xeper, aktiv zu leben.

 

Der Kraftstrom ist die Kraft, die Wachstum ermöglicht, Xeper ist das Wachstum selbst und Bewusstsein und Wille des Individuums triumphieren über die Natur, indem sie Xeper ausrichten. Xeper kommt aus dem altägyptischen und bedeutet soviel wie „werden“, „ins Dasein gelangen“. Xeper ist jedoch kein Verhaltenskodex, keine Aufforderung „zu werden“. Xeper beschreibt den unvermeidbaren Wandel aller Dinge, die Überwindung des Bestehenden durch die Idee des Neuen. Werden geschieht zu jeder Zeit, an jedem Ort, ob wir dies wollen oder nicht.Der linkshändige Pfad weist jedoch diese Welt nicht zurück, sondern beinhaltet ein bewusstes Teilhaben an dieser Welt, an diesem Werden und ein willentliches Lenken dieses Werdens. Wer sein Werden nicht selbst lenkt, der wird gelenkt.

 

Set ist der Gott der willentlichen, aktiven Erweiterung der individuellen Existenz durch die Initiation durch und in das Leben. Xeper an sich ist jedoch eine unendliche Bewegung in alle Richtungen. Auf dem linkshändigen Pfad bestimmen wir die Formel unseres Weges selbst und gelangen ins Dasein aus eigener Kraft.

 

Der eigene Wille, der die Initialzündung für dieses Bestreben ist, tritt dort in Kraft, wo der externe Gott stirbt, die Projektionsfläche untergeht und der verborgene Gott ins Dasein gelangt. Crowley sagte: „Übertriff!“, Nietzsche formulierte Xeper als „über sich hinausdrängen“, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling sprach vom Prinzip des Expansiven, vom schöpferischen Impuls des Hervorbringens und Sich-Selbst-Überschreitens. Nach Jean-Paul-Sartre kann sich der Mensch aus der ursprünglichen Nichtigkeit am eigenen Schopfe herausziehen und ins Dasein gelangen. Er schafft Werte durch Handlung und kann Herr über seine Situation sein, indem er über sie hinauswächst und willentlich neu bestimmt.

Current of Set